Tragetuch binden

Ein Tragetuch kann man für seinen Säugling direkt ab dem Zeitpunkt der Geburt verwenden, sofern man die richtige Technik anwendet. Das kleine Baby kann auch für mehrere Stunden getragen werden. Solange es für Mutter oder Vater sowie dem Kind angenehm ist.

Es ist sehr wichtig, dass das Tragetuch korrekt gebunden wird und das Kind anatomisch sitzt.

Voraussetzungen für das Tragetuch

Um besten Komfort für das Baby sicherzustellen, sollte man auf ein paar Punkte achten.

Die Größe muss ungefähr 70 cm breit und 4,6 – 5 m lang sein. Die Größe hängt auch von der Trageart ab.

Das Material darf nicht zu dick, aber auch nicht zu dünn sein. Es sollte auch schadstofffrei sein, da es in Kontakt mit der sensitiven Babyhaut kommt.

Das Gewebe muss horizontal und vertikal gewebt sein und auch diagonal elastisch sein, damit es gebunden werden kann.

Die Oberfläche darf nicht zu rau und nicht zu glatt sein.

Die Kanten sollen doppelt versteppt sein, damit es der hohen Belastung standhält.

Praktisch wäre auch eine Mittelmarkierung. So ist es einfacher die Mitte zu finden und das Tragetuch zu binden.

Video-Anleitung

Video: Farmhouse on Boone.

Tragearten

Es gibt verschiedene Tragearten, die je nach Alter des Kindes unterschiedlich sein können.

Wickelkreuztrage

Diese Trage ist ab der Geburt geeignet. Das Tuch muss bei jedem Mal tragen neu gebunden werden. Man braucht ein Tuch mit einer Länge von etwa 4,75 m, gerne auch länger.

1. Finde die Mitte des Tuches und schlage das Tuch der Länge nach auf beiden Seiten etwas ein.

2. Lege jetzt das Tuch um den Bauch. Die Mitte muss quer über dem Körper unterhalb der Brust liegen. Die umgeschlagenen Kanten liegen dabei außen.

3. Kreuze die Tuchenden hinter dem Rücken und ziehe sie über die Schultern nach vorne. Das Tuch darf sich nicht verdrehen. Ziehe dann die unten liegende Stoffbahn nach, dann die obere.

4. Lege jetzt das Baby vorsichtig über die Schulter und lass es langsam in die Bauchbinde gleiten. Die Beinchen sollten so schnell wie möglich gespreizt werden.

5. Ziehe den Stoff nach, sobald die Beinchen richtig platziert sind. Bei kleinen Babys kann die umgeschlagene, obere Tuchkanten über den Kopf gezogen werden, um es extra zu stützen.

6. Kontrolliere jetzt, dass alles gut und angenehm sitzt.

7. Ziehe die Tuchbahnen nach unten und überkreuze die Tuchenden unter dem Po des Babys. Danach ziehe sie jeweils unter den Beinchen hindurch nach hinten auf den Rücken und verknote dort die Stoffbahnen.

Kreuztrage

Die Kreuztrage ist nicht für Neugeborene geeignet, sondern besser für Babys ab ca. 2 Monaten, die schon stabiler im Rückenbereich sind. 

1. Bilde zwei Handbreit neben der Tuchmitte eine Schlaufe.

2. Schwinge die Schlaufe über den Kopf und platziere sie auf dem Rücken oberhalb der Taille. Die ungleich langen Teile einfach über die Schultern hängen lassen.

3. Ziehe das längere Teil vorn überkreuz unter den Arm hindurch nach hinten und auf dem Rücken durch die Schlaufe. Ziehe das lange Ende unter dem anderen Arm wieder nach vorn.

4. Verknote beide Enden seitlich in Hüfthöhe. Verlagere den Knoten etwas, damit er später nicht unangenehm drückt. Ziehe das Stoffkreuz nun ein etwas nach unten.

5. Lege dein Baby vorsichtig über die Schulter und lasse die Beinchen in den oberen V-Ausschnitt gleiten. Sorge dafür, dass dein Baby auf dem Kreuz sitzt.

6. Halte dein Baby auf dem Arm und breite erst die körpernahe Stoffbahn über dem Babypo von Kniekehle zu Kniekehle aus. Hilf deinem Baby bei der anatomisch korrekten Hockstellung.

7. Die Ärmchen können im Tuch geschützt bleiben oder für mehr Agilität auch frei sein.

Rucksacktrage

Die Rucksacktrage eignet sich ab dem 4. oder 5. Monat, wenn das Kind schon sicher selbst seinen Kopf halten kann. Hierfür wird eine Trage mit einer Länge von ca. 3,7 m oder länger benötigt.

1. Lege das Tuch ausgebreitet über die Schulter. Die Mitte des Tuches ist auf der Schulter. Setze dein Kind jetzt auf die gegenüberliegende Hüfte. Ziehe die hintere Stoffbahn unter die Achsel und über den Rücken des Kindes nach vorne.

2. Halte mit einer Hand beide Stoffbahnen, damit das Tuch unter Spannung ist. Mit der anderen Hand hältst du das Kind fest und schiebst es mit dem Tuch unter dem Arm auf den Rücken. Wenn das Kind mittig auf dem Rücken sitzt, ziehe die Stoffbahn, die über der Schulter ist, zwischen deine Beine und das Tuch bleibt unter Spannung.

3. Die andere Stoffbahn führst du jetzt über die Schulter, damit beide Tuchbahnen über den Schultern sind. Führe die beiden Stoffbahnen unter deine Achseln und unter die Beine des Kindes.

4. Kreuze die Tuchbahnen unter dem Po des Kindes und führe die Stoffbahnen nach vorne und verknoten sie an der Seite.

5. Die längere Seite wird jetzt nach außen durch den Schulterträger gezogen und wird danach über die Brust auf der anderen Seite durch den Träger von außen nach innen gezogen.

Seitlicher Hüftsitz

Der seitliche Hüftsitz eignet für sich für Babys ab 6 Monaten. Das Tuch muss nur einmal gebunden werden und kann danach immer wieder genutzt werden. Für diese Tragevariante benötigt man ein Tragetuch auf ca. 2,75 m oder länger.

1. Finde die Tuchmitte und markiere, welche Tuchkante oben und welche unten sein soll. Bei kleinen Babys schlägst du die obere Tuchkante der Länge nach um, um die Breite zu reduzieren

2. Platziere die Tuchmitte auf deiner rechte Schulter. Binde nun das Tuch mit einem flachen Weberknoten etwa in Hüfthöhe links, aber zurre den Knoten noch nicht fest. Das Tuch sollte jetzt diagonal über deinem Körper liegen.

3. Schiebe den Knoten nach hinten zwischen deine Schulterblätter.

4. Dein Baby kann jetzt sanft von deiner Schulter herab in das Tuch gleiten.

5. Überprüfe die Beinstellung, wenn das Baby im Tuch sitzt. Halte das Baby sicher, während du den Knoten lockerst, um die Stoffbahnen nachzuziehen.

6. Um das Gewicht besser zu verteilen, ziehe die Stoffkanten an deinem Hals nach unten über die Schulter.

Känguru-Trage

Diese Variante wird geübten Bindern leichter fallen, denn sie ist etwas schwieriger als andere Anleitungen.
Hierfür wird ein Tuch mit einer Länge auf 3,75 oder länger benötigt.

1. Markiere erst die Mitte des Tuches und breite es auf einem Tisch aus. Wenn das Tuch zu breit ist, schlage es der Länge nach auf einer oder beiden Seiten etwas um.

2. Lege nun dein Baby vorsichtig auf die zuvor markierte Mitte, so, dass der Kopf ganz auf dem Tuch liegt. Beuge dich nun über das Kind und falte die Enden des Tuches über deine Schultern. Kreuze die Tuchenden hinter deinem Rücken und lege sie über deine Unterarme. Du kannst das Tuch auch jetzt schon etwas unter den Kniekehlen deines Babys raffen.

3. Hebe dein Baby jetzt mit dem Tuch hoch. Die diagonal über dem Rücken liegenden Tuchenden ziehst du jetzt unter den Armen nach vorne. Die Stoffbahnen dürfen nicht verdreht sein. Ziehe die Stoffbahnen nach (erst die untere). Danach kontrollierst du die Falten im Rückenbereich und ziehst diese bei Bedarf etwas nach.

4. Kreuze jetzt die Stoffenden unter dem Po des Babys und ziehe diese jeweils unter den Beinchen hindurch nach hinten. Verknote die Stoffenden auf deinem Rücken.

5. Kontrolliere, dass alles richtig sitzt, besonderes die Hockstellung des Kindes.

Checkliste

So kontrollierst du, dass das Baby richtig und angenehm sitzt.

Die Höhe

Die Höhe ist richtig, wenn du das Baby auf dem Kopf küssen kannst und es noch bequem ist.

Bindung

Wenn das Baby noch fest auf deinem Körper liegt, wenn du dich beugst, dann ist die Bindung fest. Der Kopf des Kindes muss fest sein, aber nicht fixiert werden.

Korrekter Sitz

Die Kniekehlen müssen einen 90 Grad Winkel bilden oder sie müssen höher als die Windel liegen. Das Kind muss an deinem Körper sitzen, nicht hängen.

Bequemlichkeit

Das Material muss die Kniekehlen erreichen und darf nicht scheuern. Erst dann sitzt das Kind bequem.

Schmerzen

Wenn du Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich hast, sollte die Bindung überprüft werden, oder du versuchst es mit einer anderen Trageart.

Temperatur

Dem Kind sollte nicht zu heiß oder zu kalt werden. Im Winter wird das Kind von dem Tuch und der Körperwarme gewärmt, aber ausreichend Kleidung ist dennoch wichtig. Im Sommer sollte das Kind nicht zu viel Kleidung tragen. Weder Eltern noch das Baby sollten schwitzen. Bei heißen Temperaturen solltest du lieber auf ein Tragetuch verzichten.

Vorteile desTragetuchs

Der Körperkontakt zwischen Baby und Eltern ist ein Vorteil bei Tragetüchern. Der Körperkontakt bietet Geborgenheit und Sicherheit für das Kind und fördert die Entwicklung des Kindes.

Wenn du das Tragetuch verwendest, bist du sehr mobil und hast die Hände frei. Wenn das Kind nicht im Tragetuch getragen wird, kann das Tragetuch auch als eine Decke oder eine Hängematte verwendet werden. 

Vielen Dank, dass Sie mitlesen möchte.

Ich bin Marie. Ich bin Mutter und die Gründerin von Moonboon.

Bei Moonboon entwickeln wir ökologische und nachhaltige Babyausstattung. Hergestellt mit Umsicht für Babys und geborgene Nächte.

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